FAQ
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FELDENKRAIS® setzt wie Yoga, Pilates und viele andere Methoden auf Bewegung, um bestimmte Effekte zu erzielen. Bewegung ist das Mittel zum Zweck, ohne Bewegung keine Veränderung. In diesem Punkt sind sich die Disziplinen eins.
Der Unterschied liegt darin, wie Bewegung angeleitet, welche Strategien eingesetzt und welche Ziele verfolgt werden.
In der Feldenkrais-Methode werden Bewegungen unter anderem
in einzele Schritte zerlegt und wieder zusammengeführt;
in unterschiedlichen Positionen wie Rückenlage, Bauchlage, Seitlage, Kniestand erkundet;
in verschiedenen Tempi und Radien sowie ungewohnten Konfigurationen ausgeführt.
In erster Linie geht es darum, präferierte und dominante Bewegungs-, Haltungs- und Verhaltensmuster zu erkennnen und um oftmals vergessene Optionen zu erweitern.
Das Besondere: Diese Art des Beobachtens, Variierens, Ausprobierens, Dazulernens, Verfeinerns ist uns Menschen inherent. Sie hat uns vom Liegen ins Rollen, Krabbeln, Sitzen, Stehen, Gehen, kurz: ins Leben gebracht. Und erfährt durch FELDENKRAIS® eine Art Refreshment.
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Im Liegen muss sich das Nervensystem nicht um den komplexen Vorgang des Stehens beziehungsweise Gehens im Schwerefeld kümmern. Dadurch werden Kapazitäten frei, um Reize vor allem über den Tastsinn (Bsp.: Wie verlagern sich meine Kontaktpunkte auf der Matte?) und den Bewegungssinn (Bsp.: Wie bewegen sich meine Knie durch den Raum?) zu empfangen und zu verarbeiten. Im Liegen sinkt zudem der Muskeltonus, Anspannung und Verspannungen lassen nach, auch Wirbelsäule und Gelenke werden entlastet.
Am Ende jeder Lektion steht dennoch der Transfer: Kann ich die Lernerfahrung, die ich im Liegen gemacht habe, ins Stehen und Gehen übertragen? Finde ich die Bewegungsqualität auch in der Senkrechten, gegen die Schwerkraft, wieder?
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Während und nach einer FELDENKRAIS® Stunde kann man sensorische und/oder motorische Veränderungen wahrnehmen. Sensorische Veränderungen können sein: Meine Augen fühlen sich runder, meine Schultern tiefer, meine Beine länger, die Wirbel meines unteren Rückens flacher an. Motorische Veränderungen können sein: Ich kann mich leichter umdrehen, länger im Schneidersitz sitzen, tiefer atmen, müheloser in die Hocke gehen, eine höhere Anzahl an Klimmzüge schaffen, einen Basketball eleganter im Korb platzieren. Wichtig: Die Veränderungen entstehen durch Bewegung (through movement) und sind somit reproduzierbar.
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Für alle, die herausfinden möchten, welches Bewegungspotential in ihnen steckt, wie sie es ausschöpfen, weiterentwickeln, zurückgewinnen und möglichst lange bewahren können. Die Bandbreite an FELDENKRAIS® Schülern und Schülerinnen ist groß: von Hobby- und Profisportlern über Tänzer und Musiker bis zu Senioren und Menschen mit Bewegungseinschränkungen.
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Zahlreiche Studien belegen den Einfluss von Bewegung im Allgemeinen und ungewohnter Bewegung im Besonderen auf die Funktionsweise von Nervensystem und Gehirn. Durchblutung und Nährstoffversorgung werden erhöht, die Bildung neuer Nervenzellen und neuronaler Verknüpfungen angeregt, Regionen, die für Gedächtnis, Aufmerksamkeit und emotionale Regulation wichtig sind, stimuliert. Insofern ist davon auszugehen, dass auch die Feldenkrais-Methode, die im Kern auf Bewegung, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit setzt, die Funktionsweise des Nervensystems trainiert und die Neuroplastizität des Gehirns fördert.
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FELDENKRAIS® ist eine Lernmethode, bei der FELDENKRAIS® Practitioner (oder Lehrer, Pädagogen) ihre Schülerinnen und Schüler durch einen Lernprozess führen. In Folge können sich jedoch Effekte einstellen, die Menschen als beruhigend, entlastend, lindernd, heilsam beschreiben. Weniger Schmerzen im unteren Rücken, weniger Spannung im Nacken, mehr Beweglichkeit im Schultergürtel, mehr physische und psychische Stabilität.
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Bequeme Kleidung, ein kleineres Handtuch für den Kopf, eine größere Decke zum darauf liegen.
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Moshé Feldenkrais (1904–1984) war Elektroingenieur, Physiker, Judomeister und Begründer der Feldenkrais-Methode. Eine Knieverletzung brachte ihn in den 1940er Jahren dazu, sich intensiv mit funktionaler Bewegung zu beschäftigen und bis zu seinem Tod mehrere Tausend Bewegungslektionen zu entwickeln – sein Background als Naturwissenschaftler und Kampfsportler sind darin unverkennbar.
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Bei ATM (Awareness Through Movement) bewegt sich der Schüler nach den verbalen Anweisungen eines FELDENKRAIS® Lehrers.
Bei FI (Funktionale Integration) wird der Schüler durch Bewegungen des FELDENKRAIS® Lehrers bewegt. Die Stunden finden auf einer speziellen Liege im Liegen oder im Sitzen/Stehen statt.